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Ein Traum wird wahr…

Ich habe es gefunden – das, was jeder angehende oder fortgeschrittene Saxophonist irgendwann anfängt, zu suchen, aber nur sehr schwer findet: „Mein“ Saxophon.

Naja, eigentlich war es jetzt nicht soooo schwer, die richtige Wahl zu treffen – bin ich doch den Saxophonen der Firma Julius Keilwerth schon direkt zu Anfang meiner autodidaktischen Bemühungen verfallen. Aber wie es der Zufall wollte, hatte mein Sax-Lehrer just jetzt ein Tenorsaxophon zuviel in seiner Sammlung, und genau das Modell, was man für den deutschen Saxophonbau mit Fug und Recht als „State of the Art“ bezeichnen darf: Das Keilwerth SX90R.

Das SX90R von rechts
So sieht ein Traum-Sax aus, wenn man es gefunden hat…
„Das“ ist eigentlich nicht fair – gibt es das SX90R doch in mehreren Modellvarianten, die alle unzweifelhaft ihren Reiz haben. Ich hatte schon vor längerer Zeit mal ein SX90R „Shadow“ (das ist die Variante mit Neusilber-Korpus und sehr aufwändiger Schwarzvernickelung, Gravur und schwarzen Perlmutt-Auflagen – neben einem brandgenialen Sound ein echter Hingucker) probegespielt. Auch das Neusilber „ohne Shadow“ ist absolut eine Klasse für sich, und weitere Varianten wie das „Vintage“ sind ebensowenig zu verachten.Aber ein Sax kauft man nicht „von der Stange“. Und dieses hier stammt auch nicht von der selbigen – vielmehr wurde es vor über 10 Jahren bei Keilwerth direkt aus den vorhandenen Austellungsinstrumenten ausgewählt („…und das war das, welches am besten abging!“) Na mir soll’s recht sein. Jedenfalls fiel es mir schon nach dem ersten Anspielen nicht schwer, die Wahl komplett nachzuvollziehen. Zusammen mit meinem Lieblings-Mundstück („The Steamer“ von Hans-Werner Peters) geht das Ding butterweich los, mit dem Brilhart LevelAir Metal ist es in den Höhen brillant und eine echte Rakete.

Dass es nicht schlecht sein konnte, sah man ihm beim Auspacken schon an – ich hatte bislang schon einige viel gespielte Instrumente in der Hand, aber eins, das nach gerade mal gut 10 Jahren schon so aussah – keine Frage, dieses Sax hat einiges von der Welt (oder zumindest von manchen Bühnen) gesehen. Aber Optik ist nicht das, wofür man sich so ein Sax zulegt – wenn ich eine Show-Kanne hätte haben wollen, die gibt es für vergleichsweise überschaubares Geld an jeder Ecke. „Mein“ Sax muss einfach super laufen und meinen weiteren Lerneifer durch tadellose Funktion unterstützen. Ich will, dass ich meine Fehler erkennen und ansonsten meinen Sound produzieren kann – und nicht durch die zwei großen Hände voll Blech vor meiner Schnute eingeschränkt werden.

So kann ich also nach manchem Versuch und vielen Suchansätzen behaupten: Meine Suche ist – zumindest was das Tenorsaxophon angeht – zuende. Schade für alle, die vielleicht noch alte Conns, Bueschers, Martins oder auch Keilwerths haben, auf denen potenziell mein Name gestanden hätte – nach diesem hier kauf ich keins mehr. Wie mir ein lieber Kollege im Saxwelt-Chat bestätigte: Das ist ein geiles Gefühl, wenn man diesen Punkt erreicht hat.

Ein Kommentar

  1. Hallo, ich kann genau so ein Keilwerth SX90R bekommen. Was ist das Instrument mit der schönen Legierung bei sehr gutem Zustand eigentlich wert, ausser der individuelle wert natürlich? Danke für die Info im Voraus.

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